CNE: Fachmedium des Jahres

Die Deutsche Fachpresse kürte gestern Abend im Wiesbadener Kurhaus die besten Fachmedien des Jahres 2010: In der Kategorie Gesundheit, Medizin und Pharma gewann Certified Nursing Education. CNE besteche durch die „redaktionell ganzheitliche, crossmediale Fünf-Elemente-Strategie, zielgruppengerechte Aufbereitung sowie hochwertige und informative Gestaltung“ hieß
es in der Begründung der Jury.

80 Fachpuplikationen hatten sich mit ihren Print- und Digitalmedien um den Preis beworben. In der Jury saßen hochkarätige Vertreter aus Hochschulen  Fachverlagen und Agenturen. In einem zweistufigen Auswahlverfahren bewerteten die Juroren dabei die Textqualität, Verständlichkeit, Stilmittel, Leserführung, Zielgruppenrelevanz und grafische Gestaltung sowie die crossmediale Vernetzung der eingesendeten Fachpublikationen.

Schnittmenge Kulturpolitik

Der „Markt“ ist nur bedingt gerecht – eine Binsenweisheit. Unsere sozialen Sicherungssysteme geben Zeugnis von der Notwendigkeit kompensatorischer Strukturen, um Defizite einer allzu freien Marktwirtschaft auszugleichen.

Hat die „Kultur“ ebenfalls Anspruch auf Sicherungssysteme jenseits von Mäzenatentum und Spenden? Können wir es hinnehmen, dass immer mehr Theater und andere Kultureinrichtungen schließen müssen, nur weil „der Markt“ gewisse „Dienstleistungen“ nicht mehr nachfragt? Oder machen Kulturschaffende etwas falsch? Antworten und Hintergründe auf Torsten Lauers Blog kulturundpolitik.

Soziologie für Pflege und Medizin

Von Markus Wenner

Die Hauptaufgabe einer Soziologie für Pflege und Medizin ist es z. B., sicheres Wissen zu sozialen Aspekten der Entstehung, des Verlaufs und der Verhütung von Krankheiten und zur Förderung von Gesundheit zu produzieren (Siegrist 2009, 4 in Wippert u. Beckmann 2009).

Sicheres Wissen entsteht durch die Formulierung von Hypothesen, die in der Realität überprüft werden (empirische Forschung).

Die Pflegewissenschaft orientiert sich stark an soziologischen Methoden der Datengewinnung, und auch in Hinblick auf die Forschungsgegenstände gibt es Überschneidungen, v. a. zwischen Pflegewissenschaft und der sogenannten Gesundheits- oder Medizinsoziologie (vgl. hierzu Schroeter u. Rosenthal 2005). Diese Teildisziplin innerhalb der großen Soziologie gewinnt u. a. Erkenntnisse zu gesellschaftlichen Einflüssen und Bestimmungsfaktoren von Gesundheit und Krankheit.

Was sind Gründe für den wachsenden Einfluss soziologischer Theorien und Methoden sind in Medizin und Pflege (Siegrist 2009, 4; Schulz 2005, 257−258)?

Das Krankheitsspektrum verändert sich zunehmend von akuten zu chronischen Krankheiten; dieser Wandel stellt moderne Gesellschaften mit einer alternden Bevölkerung vor neue Herausforderungen.
Auch die Rollenbilder der Mediziner, der Pflegenden und der Patienten verändern sich; so informieren sich Patienten heute mehr als früher, werden mündiger, fordern und suchen Alternativen. Die Pflege professionalisiert sich zunehmend und wird zusätzlich zu konventionellen Aufgaben im Rahmen einer Hands-on-Pflege in Zukunft Aufgaben zur Krankheitsverhütung wahrnehmen. Hier handelt es sich um organisierte, gemeindebezogene Maßnahmen jenseits von Klinik und Krankenhaus (vgl. WHO 1990, 22; KrPflG 2003, §3).
Das Gesundheitswesen immer stärker unter ökonomischen Rahmenbedingungen. Die Forderung nach mehr Effizienz und Kostenbewusstsein bringt soziale und ethische Dilemmasituationen hervor; hierauf sind die Politik und andere Akteure im Gesundheitswesen ungenügend vorbereitet.

Die Untersuchungsgegenstände und -einheiten finden Soziologen auf unterschiedlichen Ebenen bzw. in unterschiedlichen Bezugssystemen:

  • Mikroebene (Individuum/Patient)
  • Mesoebene (Institutionen, z. B. Institutionen der Gesundheitsversorgung)
  • Makroebene (Gesellschaft)

Die Forschung konzentriert sich v.a. auf Phänomene der Makroebene; sie sollen erklärt werden. Diese Erklärungen funktionieren jedoch nur, wenn man weiß, was auf den beiden unteren Ebenen passiert.

Beispiel. Der Rückgang der Krankheitstage bei Erwerbstätigen (Makrophänomen).

Die Untersuchungseinheiten mithilfe dieses Phänomen erklärt werden soll, finden die Soziologen auf der Mikroebene, also bei den einzelnen Individuen; diese leben aber nicht im neutralen Kontext, sondern werden durch Makro- und Mesophänomene in ihren Entscheidungen beeinflusst. Die Mesoebene ist eine mittlere Ebene zwischen Mikro- und Makroebene; hier werden z. B. Organisationen und Institutionen angesiedelt.

Beispiel. Arbeitnehmer gehen trotz Krankheit weiterhin zur Arbeit, weil sie befürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren (Mikrophänomen). Hierzu motivieren sie vielleicht Bonuszahlungen der Krankenkassen für Arbeitnehmer mit wenigen Krankheitstagen pro Jahr (Mesophänomen); es könnte aber auch ihre Angst dahinterstehen, im Zuge der Wirtschaftskrise (Makrophänomen) ihre Arbeit zu verlieren.

Der Text ist ein Ausschnitt und Vorabveröffentlichung des entsprechenden Buchkapitels in Amberger S, Roll S: Psychiatriepflege und Psychotherapie. Stuttgart: Thieme; 2010

Thiemes Psychiatriepflege und Psychotherapie

Nachschlagewerk für alle, die in der Psychiatrie arbeiten oder arbeiten möchten. Inhaltlich orientiert sich das Buch an den vorgegebenen Themen der Prüfungsverordnung „Fachkrankenpflege für Psychiatrie“. Komplexes Fachwissen, didaktisch strukturiert und gut verständlich. Ein besonderes Plus: Eine DVD mit zahlreichen authentisch nachgestellten Gesprächssituationen. Das Buch ist ein echter Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Klinikalltag, zwischen Pflege, Medizin und anderen Professionen, die mit psychisch kranken Menschen arbeiten. Mehr Infos unter http://www.thieme.de/detailseiten/9783131488213.html
Das Buch ist ab 24.04.2010 im Handel.